KIEFER PROJEKT GmbH
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Holzbauarchitektur im Fachgespräch

Experten präsentieren fünf herausragende Holzbauten

18.12.2018 – Herausragende Holzbauten, fachliche Expertise, spannende Fragen! Am 8. Februar findet die fünfte Holzbauarchitektur im Fachgespräch im Rahmen der Messe Bauen+Wohnen statt. Die Veranstaltung ist mehr als ein reiner Vortragsblock zum Thema Holzbau: Wissensvermittlung zu den einzelnen Objekten steht im Vordergrund.

Eines der fünf vorzustellenden Objekte: die Tirol Lodge in Ellmau © archimos

Holzbau austria und ihre Leistungspartner präsentieren eine bunte Palette an besonderen Bauten und decken alle Themen rund um das Bauen mit Holz ab. Angefangen von der Architektur, über die Materialien und deren Einsatz bis hin zur Philosophie, die hinter diesen Objekten steckt, werden die Referenten alle Winkel der Objekte ausleuchten. Die Fachbesucher sind eingeladen, zu  fragen, aber auch in Frage zu stellen.


Weltweite Rundschau: 2018 bricht alle Rekorde  

Wolkenkratzer sind Symbole für Innovation und Wohlstand – zumindest in Amerika. Nicht nur dort kehren Bauherren auch in diesem Segment zum Baustoff Holz zurück. Die US-Architekten Hickok Cole Architects zeigten das im April beispielsweise an einem Konzept für einen 62-Geschosser auf. Dabei handelt es sich allerdings um eine Designstudie. Viel konkreter sind die Vorhaben rund um „The Arbour“, ein zehnstöckiges Universitätsgebäude, das ab 2021 in der kanadischen Stadt Toronto gebaut werden soll. Noch höher hinaus möchte man in Vancouver. Laut einem Bericht der Tageszeitung Vancouver Sun soll der geplante Holztower 19 Geschosse und 71 m hoch werden. Entwurfgeber des „Terrace House“ ist niemand Geringerer als der Architekt Shigeru Ban.

Aber viel wichtiger als geplante Bauten sind jene, die bereits fertiggestellt sind oder zumindest den Baubeginn hinter sich haben. Was sich derzeit in diesem Segment tut, ist gewaltig und in dieser Form noch nie dagewesen. Der derzeitige norwegische Rekordhalter, Mjøstårnet in Brumunddal, überragt mit seinen 85,5 m alle seiner Art. Im März wird eröffnet. Zwei Monate später sollen dann die Tore des Wiener HoHo aufgehen. Vor Kurzem wurde auch mit dem auffäligen Amsterdamer „HAUT“ begonnen.
Noch nie waren so viele so hohe Holzgebäude gleichzeitig in Bau. Deshalb ist es auch gar nicht möglich, den weltweiten Markt diesbezüglich lückenlos abzubilden. Nur eine Auswahl der 2018 in Bau befindlichen, fast oder ganz fertiggestellten Holzhochhäuser über acht Geschosse, wie sie hier folgt, bildet die Entwicklung beeindruckend ab.

Klima

Resonanz der Architektur Franziska Wittmann

Klimaänderungen sind Herausforderungen. Architektur muss Entsprechungen für einen Ort finden – statt einer Isolation von Orten durch technische Installationen und hochdämmende Materialien.»

Wir wohnen zwischen Erdboden und Himmel auf einem rotierenden Planeten. Architektur ist Ort und Zeit verbunden, die physikalischen Phänomene sind bleibende Bedingungen. Architektur steht in unmittelbarer Beziehung zu Materie und ihrer Gravitation, zu Wärme und Kühle, zu Luftfeuchtigkeiten und -bewegungen, zu Licht und Klängen. Gebäude orientieren sich zu verschiedenen Himmelsrichtungen, stehen im Einfluss von Jahres- und Tageszeiten, von Wetter und Klima – das zu einem Ort gehört und deren Veränderungen von Region und Jahreszeit abhängig sind. Klima und Klimaänderungen sind Herausforderungen für ein Menschsein auf der Erde. Architektur muss Entsprechungen für einen Ort finden und könnte – statt einer Isolation von Orten durch technische Installationen und hochdämmende Materialien – einem resonanten Wohnen wieder näher kommen.

Architektur schafft innere, äussere und dazwischenliegende Räume, die unterschiedliche Resonanzen als Wechselwirkungen zwischen Lebendigkeiten zulassen. Qualitäten im Wohnen entstehen, wenn es Architekturen gelingt, die Bewohner nicht von den Phänomenen der Natur zu isolieren, sondern eine Beziehung zu ihnen herzustellen. Damit meine ich kein Zurück zu einem klimatisch harten Wohnen. Aber doch ein Wohnen, das über die zeitgenössisch flache Behaglichkeit hinausgeht und unterschiedliche Temperaturen und Helligkeiten, dichte und weniger dichte Räume, dumpfe und hallende Akustik zulässt und darin Qualitäten findet, die dem Bedürfnis unseres Körpers nach ständigem und sich änderndem Austausch mit der Umgebung nachkommen. Architektur bringt deutlich spürbare und flüchtigere Empfindungen mit sich, die zusammen eine vielfältige Erfahrung bilden.

Hartmut Rosa schreibt in seinem Buch Resonanz,1 dass «von der Art und Weise der Weltbeziehung das Gelingen oder Misslingen des Lebens abhängt», und spezifisch zu einem Bezug zur Natur, «dass Menschen in Resonanz mit der Natur, mit deren Rhythmen, Herausforderungen, Veränderungen und lokalen Besonderheiten leben, scheint [...] nicht nur naheliegend, sondern gewissermassen ‹naturgegeben›». «Nicht dass wir die Natur als Ressource verlieren, sondern dass die Natur als Resonanzsphäre verstummen könnte, als ein eigenständiges Gegenüber, das uns antworten kann und damit Orientierung zu stiften vermag, ist der Kern der tiefschürfenden Umweltsorge der Gegenwart.»

Architektur kann erahnen lassen, dass Natur nicht nur nutzbare Materie und Energie zur Verfügung stellt, sondern eine Lebendigkeit ist, in der sich Raum und Mensch in Verflechtungen und Wechselwirkungen befinden. Wohnen kann sich nie von den Phänomenen der Natur befreien, aber ein Entwerfen – nicht gegen, sondern mit – ihren Kräften kann den Menschen in Wirksamkeiten einbeziehen. Architekturen können mit Energie umgehen und uns trotzdem oder gerade dadurch in verschiedene und lebendige Atmosphären einbetten.


Das Weiterbau-Potenzial im Einfamilienhaus entdecken

Erweiterungsbau – Wenn das Haus der neuen Lebensphase entsprechen soll, lohnt es sich, über eine Umnutzung nachzudenken. Möglich sind verschiedene Szenarien.

Der Traum vom Haus mit Garten wird häufig dann verwirklicht, wenn Familiengründung und Nachwuchs anstehen. Diese Familienphase hat jedoch eine begrenzte Dauer. Die Kinder fliegen irgendwann aus, und die Eltern fragen sich: Was machen wir mit unserem Haus? Das ursprünglich für eine mehrköpfige Familie erstellte Heim wird für die Eltern alleine plötzlich zu gross. Eine grosszügige Wohnfläche und viele Räume haben nämlich für die Bewohner nicht nur Vorteile. Das Haus kann sich schnell als anstrengend und anspruchsvoll im Unterhalt erweisen. Der über Jahre, vielleicht Jahrzehnte hinweg gestaltete Umschwung nimmt mehr und mehr Zeit in Anspruch und kann zur Belastung werden. Die Gartenpflege übersteigt die eigenen Kräfte, oder man möchte im Alter etwas anderes unternehmen, als sich dem Garten zu widmen.

Trotzdem haben ältere Hauseigentümer häufig den Wunsch, das vertraute Haus und das angestammte Wohnumfeld zu behalten. Und dafür gibt es gute Gründe: Bei langjährigem Wohneigentum kommen neben der emotionalen Bindung an das Haus, den Garten und die Nachbarschaft auch finanzielle Vorteile hinzu, die zum Bleiben motivieren. So zum Beispiel die tiefen Wohnkosten, weil die Schuldenbelastung über die Jahre hinweg reduziert werden konnte. Zudem wird das Haus als Altersvorsorge betrachtet. Und natürlich entspricht der Ausbaustandard des Eigenheims dem persönlichen Geschmack, und man ist mit der Umgebung vertraut.

Wohnung innerhalb des Hauses?

Anstatt eine kleinere, komfortablere Wohnung anderswo zu suchen, lohnt es sich deshalb abzuklären, ob sich eine solche Wohnung nicht auch innerhalb der eigenen vier Wände schaffen liesse. Wohneigentum bietet nämlich einen Handlungsspielraum – dieser kann genutzt werden, um die Liegenschaft den sich ändernden Bedürfnissen anzupassen. Zum Beispiel lässt sich das Haus durch ein Teilen, Anbauen, Aufstocken oder Ausbauen so umgestalten, dass anstelle von einer neu gut zwei Wohnungen darin Platz finden. Eine davon nutzt man zum komfortablen Wohnen im Alter.

Die bestehende Wohnfläche reicht für eine solche Umnutzung meistens nicht aus – es braucht Raumreserven oder die Möglichkeit, das Haus zu erweitern. Für das Weiterbauen ist es deshalb ein Vorteil, dass die rechtlich zulässige Nutzung – gemäss den Bestimmungen der kommunalen Bauund Zonenordnung – häufig noch nicht ausgeschöpft ist. Somit bestehen Flächenreserven, durch die eine zusätzliche Wohnung im Einfamilienhaus möglich wird, ohne dass man dadurch die Qualität des individuellen Wohnens vernachlässigen muss.

Investition zahlt sich aus

Die mit dem Weiterbauen verbundenen Kosten können als Hindernis empfunden werden. Eine zusätzliche Wohnung im Haus oder auf dem Grundstück bringt jedoch allen Beteiligten Vorteile: soziale und finanzielle. Die Nutzung der Flächen- und Raumreserven für die Schaffung von neuem Wohnraum und die Einnahmen, zum Beispiel aus Vermietung, helfen, die energetische Sanierung und Renovation des bestehenden Hauses zu finanzieren. Zudem garantieren die Einnahmen die Werterhaltung der Immobilie. Mitbewohner bringen ausserdem neues Leben in das unterbelegte Haus und bieten die Gelegenheit für soziale Kontakte.

Unter Umständen ergibt sich daraus auch Hilfe im Alltag. Im Mehrgenerationenhaus kommt die Unterstützung zuerst häufig der jüngeren Generation zugute. Zum Beispiel schaffen Eltern familienfreundlichen und kostengünstigen Wohnraum für eigene erwachsene Kinder, und sie betreuen eventuell sogar die Grosskinder. Später profiteren sie selbst von den Voraussetzungen im Mehrgenerationenhaus, die einen Verbleib zu Hause begünstigen, wenn man im Alter hilfs- und pflegebedürftig wird.

Dem Quartier helfen jüngere Zuzügler, die Bewohnerstruktur neu ins Gleichgewicht zu bringen. Der Überalterung wird entgegengewirkt. Bestehende Dienstleistungen bleiben dadurch erhalten, oder es werden sogar noch neue geschaffen.

Fingerspitzengefühl gefragt

Die Integration neuer Baukörper und die Gestaltung der Freiräume verlangen jedoch Fingerspitzengefühl und Fachkompetenz. Dadurch bleiben Aussenraumqualität, Identität der Wohnumgebung und Qualität des individuellen Wohnens gewährleistet. Neben dem Einfügen neuer Bauvolumen muss auch an den Bewohnerzuwachs gedacht werden. Damit das Beziehungspotenzial einer höheren Bewohnerdichte positiv genutzt werden kann, müssen Aussenräume, Zugänge, Gärten, Ein- und Ausblicke gut geplant und Möglichkeiten erhalten bleiben, die Distanz gewähren. Denn das Wohnen im Einfamilienhaus muss auch bei höherer baulicher und sozialer Dichte die Ansprüche an Individualität, Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten erfüllen.


Hypotheken

Die allermeisten Personen können ein Haus oder eine Eigentumswohnung nicht nur aus ihren Ersparnissen finanzieren, sondern sind auf eine Hypothek angewiesen. Doch auch wenn die Hypothekarzinsen momentan sehr tief sind, lohnt es sich, genau abzuwägen, welche Art von Hypothek abgeschlossen werden soll und auf welches Finanzinstitut die Wahl fallen soll. Laufzeit sowie die Wahl zwischen Fest- oder Liborhypothek hängen zudem auch von Ihrer persönlichen Situation ab. Daher lohnt es sich in jedem Fall auch, konkrete Offerten von den verschiedenen Anbietern einzuholen. 

Richtlinien für die Vergabe von Hypotheken

Die Hypothekarzinsen sind seit den 1990er Jahren kontinuierlich gesunken. Bei der Vergabe von Hypotheken rechnen die Banken aber immer noch mit einem hypothetischen Zinssatz von 5%. Um eine Hypothek zu erhalten, dürfen die Zinszahlungen bei einem Zinssatz von 5% nicht mehr als ein Drittel des Einkommens betragen. Das mag als grosse Hürde erscheinen, schützt aber auch die zukünftigen Eigentümer davor, eine Hypothek aufzunehmen, die sie später bei gestiegenen Zinsen nicht mehr bedienen können. Da das gesamte Hypothekarvolumen in der Schweiz aufgrund der tiefen Zinsen stark angestiegen ist, haben die Banken auch verschärfte Regeln zum eingebrachten Eigenkapital erlassen. Seit Juli 2014 müssen 10% des Belehnwertes aus „echten“ Eigenmitteln bestehen. Das heisst, dass dieser Betrag nicht aus der Pensionskasse bezogen werden darf. Dies dient zum einen den Banken selber, die so das Ausfallrisiko im Falle von sinkenden Immobilienpreisen minimieren. Es schützt aber auch die Eigentümer, da sie so nicht Geld verbrauchen, welches sie im Alter benötigen werden.

 

Sanierungen

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